Zuckergehalt in Getränken: Was wirklich in deinem Glas steckt

Zuckergehalt in Getränken: Was wirklich in deinem Glas steckt

Ein Glas Orangensaft zum Frühstück, eine Flasche Eistee am Nachmittag, ein Smoothie nach dem Sport – alles gesünder als Cola, oder? Ein Blick auf die Zuckerwerte zeigt: Die Unterschiede sind oft kleiner als gedacht.

In diesem Artikel findest du eine vollständige Vergleichstabelle mit den Zuckerwerten der häufigsten Getränke, eine Infografik auf einen Blick, die WHO-Einordnung und zuckerarme Alternativen für den Alltag.


25 g
Maximale Menge freier Zucker täglich laut WHO-Empfehlung
~35 g
Zucker in einer 330-ml-Dose Cola
~26 g
Zucker in einem 250-ml-Glas Orangensaft
0 g
Zucker in Wasser, ungesüßtem Tee und schwarzem Kaffee
Verschiedene Getränke im Vergleich: Cola, Saft, Wasser und Tee nebeneinander
Der Zuckergehalt variiert stark, auch bei Getränken, die als gesund gelten.

Wie viel Zucker pro Tag empfiehlt die WHO?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die tägliche Aufnahme von freiem Zucker auf unter 10 Prozent der gesamten Energiezufuhr zu begrenzen. Bei einer durchschnittlichen Kalorienzufuhr von 2.000 kcal entspricht das etwa 50 Gramm Zucker täglich. Als optimales Ziel nennt die WHO sogar weniger als 5 Prozent, also rund 25 Gramm täglich.

Was sind freie Zucker? Als freie Zucker gelten alle Zucker, die Lebensmitteln und Getränken zugesetzt werden, sowie natürlich vorkommende Zucker in Honig, Sirup und Fruchtsäften. Nicht dazu zählen die natürlichen Zucker in ganzen Früchten und Gemüse, sie sind an Ballaststoffe gebunden und wirken im Körper anders.

Zum Vergleich: Eine einzige 330-ml-Dose Cola überschreitet mit rund 35 Gramm Zucker bereits die optimale WHO-Tagesmenge. Ein Glas Orangensaft zum Frühstück leistet mit etwa 26 Gramm einen ähnlichen Beitrag, obwohl Orangensaft häufig als gesündere Wahl wahrgenommen wird.


Zuckergehalt im Vergleich: Infografik

Die folgende Grafik zeigt den Zuckergehalt der häufigsten Getränke pro 250 ml, eingeteilt nach dem Ampelprinzip: grün für zuckerarm, gelb für moderat, rot für zuckerreich.

Balkendiagramm: Zuckergehalt häufiger Getränke pro 250 ml in Gramm

0–5 g: zuckerarm 6–15 g: moderat 16+ g: zuckerreich
Zuckergehalt pro 250 ml: Wasser 0g, Schwarztee 0g, Kaffee 0g, Kräutertee 0g, Mineralwasser mit Geschmack 6g, Kokoswasser 10g, Sportgetränk 15g, Eistee 18g, Apfelsaft 26g, Orangensaft 26g, Smoothie 28g, Cola 26g, Energydrink 28g, Fruchtnektar 30g.

Durchschnittswerte pro 250 ml. Je nach Marke und Produkt können Werte abweichen. Quellen: USDA FoodData Central, Verbraucherzentrale, Herstellerangaben.


Die vollständige Vergleichstabelle

Softdrinks und Limonaden

Getränk Zucker pro 100 ml Zucker pro 250 ml Bewertung
Cola (z. B. Coca-Cola) ~10,6 g ~26 g Zuckerreich
Limonade (z. B. Fanta, Sprite) ~9–11 g ~23–28 g Zuckerreich
Cola Zero / Light ~0 g ~0 g Zuckerfrei (Süßungsmittel)
Energydrink (z. B. Red Bull) ~11 g ~28 g Zuckerreich

Säfte und Smoothies

Getränk Zucker pro 100 ml Zucker pro 250 ml Bewertung
Orangensaft (100 %, ohne Zusatz) ~8–10 g ~20–26 g Zuckerreich (freier Zucker)
Apfelsaft (100 %, ohne Zusatz) ~10 g ~26 g Zuckerreich (freier Zucker)
Smoothie (Fertigprodukt) ~10–12 g ~25–30 g Zuckerreich
Fruchtnektar ~10–14 g ~25–35 g Zuckerreich
Gemüsesaft (z. B. Tomatensaft) ~3–4 g ~8–10 g Moderat

Eistee, Sportgetränke und Co.

Getränk Zucker pro 100 ml Zucker pro 250 ml Bewertung
Eistee (Fertigprodukt) ~6–8 g ~15–20 g Zuckerreich
Sportgetränk (z. B. Gatorade) ~5–6 g ~13–15 g Moderat
Kokoswasser (ohne Zusatz) ~3–4 g ~8–10 g Moderat
Mineralwasser mit Geschmack ~1–3 g ~3–8 g Gering bis moderat

Kaffee, Tee und zuckerfreie Getränke

Getränk Zucker pro 100 ml Zucker pro 250 ml Bewertung
Wasser (still/sprudelnd) 0 g 0 g Zuckerfrei
Schwarztee / Grüntee (ungesüßt) 0 g 0 g Zuckerfrei
Kräutertee (ungesüßt) 0 g 0 g Zuckerfrei
Kaffee schwarz (ungesüßt) 0 g 0 g Zuckerfrei
Latte Macchiato (Café, Vollmilch) ~4–5 g ~10–13 g Moderat (Milchzucker)

Freier Zucker vs. natürlicher Fruchtzucker: Was ist der Unterschied?

Orangensaft und Cola haben ähnliche Zuckerwerte, und trotzdem wird Orangensaft als deutlich gesünder wahrgenommen. Ist das berechtigt?

Der entscheidende Unterschied liegt weniger im Zuckergehalt als in der Verarbeitungsform. In ganzen Früchten ist Zucker an Ballaststoffe gebunden: Er wird langsamer aufgenommen, der Blutzucker steigt moderater, und das Sättigungsgefühl setzt früher ein. Im Saft fehlen die Ballaststoffe, der Zucker wird schneller aufgenommen.

🍊 Saft vs. ganze Frucht

Für zwei Gläser Orangensaft à 250 ml werden etwa vier bis fünf Orangen gepresst. Dieselbe Zuckermenge als ganze Früchte zu essen, wäre für die meisten Menschen schwer, der Saft lässt sich dagegen in wenigen Sekunden trinken. Die WHO stuft Fruchtsäfte deshalb als freie Zucker ein, auch wenn kein Zucker zugesetzt wurde.


Versteckter Zucker: Diese Getränke überraschen viele

Eistee und Smoothie mit Zuckerwürfeln daneben als Symbol für versteckten Zucker
Eistee und Smoothies gelten als gesunde Wahl, enthalten aber oft so viel Zucker wie Softdrinks.
1

Fertig-Eistee

Eine 500-ml-Flasche Eistee enthält häufig 30 bis 40 Gramm Zucker und kann damit ähnliche Mengen wie Softdrinks erreichen. Das frische und gesunde Image täuscht oft: Die meisten Fertigprodukte sind stark gesüßt.

2

Smoothies aus dem Supermarkt

Fertig-Smoothies werden oft als gesunde Mahlzeit vermarktet. Mit 25 bis 35 Gramm Zucker pro 250 ml liegen sie jedoch auf dem Niveau von Fruchtsäften. Viele Fertig-Smoothies enthalten trotz vorhandener Ballaststoffe erhebliche Mengen Zucker.

3

Fruchtjoghurt-Drinks und Molkedrinks

Diese Getränke werden häufig als proteinreich beworben, enthalten aber je nach Produkt 15 bis 25 Gramm Zucker pro 250 ml, teils aus Fruchtanteil, teils aus zugesetztem Zucker.

4

Café-Getränke mit Sirup

Ein Latte Macchiato mit Vanillesirup oder ein Frappuccino können 30 bis 50 Gramm Zucker enthalten. Schwarzer Kaffee hat dagegen null Gramm, der Zucker kommt ausschließlich aus Sirup und Milch.


Zuckerarme Alternativen im Überblick

Statt diesem Getränk Bessere Alternative Möglicher Vorteil
Cola (250 ml) Wasser mit Zitrone oder Kohlensäure ~26 g weniger Zucker
Orangensaft (250 ml) Eine ganze Orange essen Mehr Ballaststoffe, höhere Sättigung
Fertig-Eistee (250 ml) Selbst gebrühter Tee, kalt gestellt ~15–20 g weniger Zucker
Smoothie Fertigprodukt Selbst gemachter Gemüse-Smoothie ~15–25 g weniger Zucker
Energydrink Schwarzer Kaffee oder Matcha ~28 g weniger Zucker
Mineralwasser mit Geschmack Wasser mit Minze oder Gurke ~3–8 g weniger Zucker
Glas Wasser mit Zitrone und eine Tasse ungesüßter Tee als zuckerarme Alternativen
Wasser mit Zitrone oder selbst gebrühter Tee: einfache Alternativen mit null Gramm Zucker.
Tipp für den Alltag: Wer Getränke mit Süßungsmitteln (Cola Zero, Light-Produkte) als Alternative nutzt, reduziert zwar den Zuckergehalt auf null, ob und wie künstliche Süßungsmittel den Stoffwechsel oder den Appetit beeinflussen, wird in der Forschung noch diskutiert. Wasser, ungesüßter Tee und Kaffee bleiben die unkomplizierteste Wahl.

Fazit

Die Vergleichstabelle zeigt deutlich: Viele Getränke, die als gesund gelten, enthalten ähnlich viel Zucker wie Softdrinks. Fruchtsäfte, Smoothies und Eistee erreichen problemlos die WHO-Tageshöchstmenge, in einem einzigen Glas.

Das bedeutet nicht, dass man nie mehr Saft trinken darf. Es bedeutet, bewusster hinzuschauen: Wie viel Zucker nimmt man täglich über Getränke auf? Und welche Gewohnheiten lassen sich ohne großen Aufwand anpassen?

Die einfachste Stellschraube: Wasser, ungesüßter Tee oder selbst gebrühter Eistee ersetzen ein bis zwei gezuckerte Getränke täglich und können im Monat mehrere hundert Gramm Zucker einsparen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Die WHO empfiehlt maximal 25 bis 50 Gramm freien Zucker täglich, eine Dose Cola oder ein Glas Orangensaft erreicht das bereits allein.
  2. Fruchtsäfte zählen als freie Zucker, weil die Ballaststoffe fehlen, die den Zucker in ganzen Früchten bremsen.
  3. Fertig-Eistee, Smoothies aus dem Supermarkt und Café-Getränke mit Sirup enthalten oft so viel Zucker wie Softdrinks.
  4. Wasser, ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee enthalten keinen Zucker und sind die beste Basis für den Alltag.
  5. Kleine Umstellungen reichen: Selbst gebrühter Tee statt Fertig-Eistee, Wasser mit Zitrone statt Limo.

Häufige Fragen

Die WHO empfiehlt maximal 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus freiem Zucker, idealerweise unter 5 Prozent. Bei 2.000 kcal täglich entspricht das 50 Gramm als obere Grenze und 25 Gramm als optimales Ziel.
In Bezug auf den Zuckergehalt kaum: Beide enthalten pro 250 ml etwa 25 bis 26 Gramm Zucker. Orangensaft liefert Vitamin C und weitere Nährstoffe, die Cola fehlen, aber beide zählen als freie Zucker und sollten in Maßen konsumiert werden.
Fertig-Smoothies aus dem Supermarkt enthalten oft 25 bis 30 Gramm Zucker pro 250 ml. Selbst gemachte Smoothies aus überwiegend Gemüse mit wenig Obst können deutlich zuckerärmer sein.
Wasser, stilles und Mineralwasser, ungesüßter Tee (Schwarz-, Grün-, Kräutertee) und schwarzer Kaffee ohne Zucker enthalten keinen Zucker. Sie sind die beste Basis für die tägliche Flüssigkeitszufuhr.
Ja, die meisten Sportgetränke enthalten 5 bis 6 Gramm Zucker pro 100 ml. Bei einer 500-ml-Flasche sind das 25 bis 30 Gramm. Für kurze sportliche Einheiten ist Wasser ausreichend, Sportgetränke machen bei intensiven Belastungen über 60 Minuten mehr Sinn.
Ja, laut WHO-Definition gilt der natürliche Zucker in Fruchtsäften als freier Zucker. Der Grund: Im Saft fehlen die Ballaststoffe der ganzen Frucht, die die Zuckeraufnahme verlangsamen. Deshalb empfiehlt die WHO auch bei 100-prozentigem Saft Zurückhaltung.
Fertig-Eistee aus dem Supermarkt enthält typischerweise 6 bis 8 Gramm Zucker pro 100 ml. Eine 500-ml-Flasche kommt damit auf 30 bis 40 Gramm Zucker. Selbst gebrühter Tee, kalt gestellt und ohne Zucker, enthält dagegen null Gramm.

Bewusster trinken, jeden Tag

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Jetzt entdecken →
Quellen World Health Organization (WHO, 2015): Guideline: Sugars intake for adults and children — who.int
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2024): Zucker in der Ernährung — dge.de
USDA FoodData Central (2024): Nutritional data for beverages — fdc.nal.usda.gov
Verbraucherzentrale (2024): Zucker in Getränken: Was drinsteckt — verbraucherzentrale.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Zucker im Alltag — bzga.de
Ruxton CHS et al. (2010): Fruit juices: good or bad? A review of the evidence. International Journal of Food Sciences and Nutrition — tandfonline.com
Te Morenga L et al. (2013): Dietary sugars and body weight: systematic review and meta-analyses of randomised controlled trials and cohort studies. BMJ 346 — bmj.com

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